Wer regelmäßig beim Tierarzt sitzt und erklärt bekommt, dass die Nieren des Tieres schlechter werden, die Harnwege gereizt sind oder das Fell seinen Glanz verloren hat, bekommt häufig dieselbe erste Gegenfrage: Was fressen Sie denn eigentlich zu Hause? Die Frage klingt simpel. Die Antwort ist es meistens nicht. Dabei ist Futter das wirkungsvollste Instrument, das Katzenhalter täglich in der Hand halten.
Katzen sind obligate Fleischfresser, kein Kompromiss
Dieser biologische Fakt klingt nach Selbstverständlichkeit, wird aber in der Praxis erstaunlich oft ignoriert. Katzen brauchen tierisches Protein nicht als Option, sondern als Grundlage jeder Mahlzeit. Ihr Stoffwechsel kann bestimmte Aminosäuren wie Taurin nicht selbst synthetisieren. Fehlt Taurin über Monate, drohen Herzmuskelerkrankungen und Sehverlust. Arachidonsäure, die der Körper ebenfalls nicht selbst bildet, muss über tierisches Fett aufgenommen werden.
Das bedeutet konkret: Ein Produkt, das als erste Zutat Getreide, Zucker oder pflanzliche Nebenerzeugnisse aufführt, ist für eine Katze keine ausreichende Ernährungsgrundlage, egal wie bunt die Verpackung gestaltet ist. Der Anteil an echtem, namentlich deklariertem Fleisch sollte bei Nassfutter mindestens 60 Prozent betragen, bei Trockenfutter gelten andere Berechnungsgrundlagen, da der Feuchtigkeitsanteil fehlt.
Was auf dem Etikett wirklich steht
Die Zutatenliste auf Katzenfutter folgt in der EU denselben Deklarationspflichten wie Lebensmittel für Menschen. Zutaten werden nach Gewichtsanteil absteigend aufgeführt. Wer also sieht, dass an erster Stelle „Hühnerfleisch“ steht, an zweiter Stelle aber bereits „Mais“ und „Weizen“ folgen, sollte nachrechnen: Getreidesorten werden häufig aufgespalten, um ihren wahren Gesamtanteil zu verschleiern.
Kritisch ist auch der Begriff „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ ohne weitere Spezifikation. Darunter können Lungen, Federn oder Fußknochen fallen, je nach Charge variierend. Hochwertige Hersteller benennen die Fleischquelle konkret: Hühnerherzen, Rinderleber, Lachsfilet. Diese Transparenz hat einen Preis, aber sie ist der verlässlichste Hinweis auf Qualität.
Nass oder trocken: Eine Entscheidung mit Konsequenzen
Katzen haben von Natur aus einen niedrigen Trinktrieb. In freier Wildbahn decken sie ihren Flüssigkeitsbedarf zu rund 70 Prozent über die Beute. Trockenfutter enthält im Durchschnitt nur acht bis zehn Prozent Wasser, Nassfutter hingegen zwischen 75 und 85 Prozent. Wer seine Katze ausschließlich mit Trockenfutter ernährt, riskiert eine chronische Unterversorgung mit Flüssigkeit, was die Nieren langfristig belastet.
Studien aus der Veterinärmedizin der letzten Jahre zeigen, dass Harnwegserkrankungen bei Katzen, die überwiegend Nassfutter bekommen, seltener auftreten. Das ist kein Zufall. Wer also umstellen möchte, sollte graduell vorgehen: In der ersten Woche ein Viertel Nassfutter, in der zweiten Woche die Hälfte, bis der Körper sich angepasst hat.
Anbieter wie Katzenfutter von Anifit setzen auf hohe Fleischanteile, transparente Deklaration und verzichten auf Getreide sowie Zusatzstoffe, die in der Diskussion stehen. Das entspricht dem, was Ernährungsexperten für Katzen heute empfehlen.
Lebensphase und individuelle Gesundheit beachten
Ein Kitten mit vier Monaten hat andere Nährstoffanforderungen als eine kastrierte Wohnungskatze mit neun Jahren. Das ist banal, wird aber beim Einkauf häufig übergangen. Junge Katzen brauchen mehr Protein und Energie für Wachstum und Entwicklung. Ältere Tiere dagegen neigen zu Niereninsuffizienz, weshalb der Phosphorgehalt im Futter ab dem achten Lebensjahr kontrolliert werden sollte. Phosphor unter 0,5 Prozent in der Trockenmasse gilt als nierenschonend.
Übergewicht ist inzwischen bei rund 40 Prozent aller Hauskatzen in Deutschland ein diagnostiziertes Problem. Die Ursache liegt selten im Futter allein, aber kalorienreiche Trockensorten ohne fixe Portionskontrolle sind ein wesentlicher Faktor. Ein ausgewachsene, kastrierte Wohnungskatze von vier Kilogramm Körpergewicht benötigt täglich etwa 200 bis 230 Kilokalorien. Wer das mit der Nährwerttabelle abgleicht, ist oft überrascht, wie weit gängige Fütterungsgewohnheiten davon entfernt sind.
Zusatzstoffe: Was sinnvoll ist, was nicht
Der Markt für Katzenergänzungen ist gewachsen. Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl können bei Entzündungsgeschehen und für ein gesundes Fell tatsächlich einen Beitrag leisten, sofern das Grundfutter bereits ausgewogen ist. Probiotika werden zunehmend eingesetzt, um die Darmflora nach Antibiotikagaben zu stabilisieren. Das macht in solchen Situationen Sinn.
Weniger sinnvoll sind Produkte, die Vitamine und Mineralien in beliebig hohen Mengen versprechen. Eine Überdosierung von Vitamin A ist für Katzen toxisch und führt zu Knochenproblemen. Wer Supplemente gibt, sollte das in Absprache mit dem Tierarzt tun und nicht auf Verdacht.
- Taurin: Essenziell, muss über tierisches Protein aufgenommen werden
- Omega-3-Fettsäuren: Sinnvoll aus Fischöl bei Entzündungsneigung
- Vitamin A: Bereits im Futter enthalten, Zusatz nur nach Diagnose
- Probiotika: Gezielt nach Antibiotika oder bei Verdauungsproblemen
- Phosphor: Bei älteren Katzen sollte der Gehalt im Futter kontrolliert werden
Fütterung als Prävention: Ein unterschätzter Hebel
Tierärzte berichten, dass viele Erkrankungen, die sie täglich behandeln, in engem Zusammenhang mit jahrelanger Minderqualität beim Futter stehen. Das betrifft nicht nur Niere und Harnwege. Auch Allergien, chronische Darmentzündungen und Zahnprobleme werden durch ungeeignetes Futter begünstigt. Getreide und Zucker als Hauptenergielieferanten sind für Katzen schlicht nicht artgerecht, weil ihr Verdauungssystem nicht darauf ausgelegt ist, Stärke effizient zu verarbeiten.
Wer die Futterqualität anhebt, investiert. Das ist nicht zu leugnen. Ein gutes Nassfutter kostet für eine erwachsene Katze zwischen 50 und 90 Euro im Monat, je nach Produktlinie und Körpergewicht des Tieres. Tierarztkosten für chronische Erkrankungen, die sich über Jahre entwickeln, liegen schnell im vier- bis fünfstelligen Bereich. Diese Rechnung ist keine Garantie, aber sie ist kein schlechtes Argument.
Katzengesundheit ist kein abstraktes Konzept. Sie beginnt täglich, zweimal, am Napf.

